E-Commerce-Plattformen
E-Commerce-Plattformen sind im Unterschied zu e-shops, bei denen der Betreiber des shops Produkte im eigenen Namen anbietet, dadurch gekennzeichnet, dass der Betreiber der Plattform den Nutzern ein Forum für Geschäfte zwischen den Nutzern bietet und die Produkte nicht selbst im eigenen Namen offeriert.
Von Bedeutung ist hier, dass nicht der Betreiber der Website Vertragspartner des Nutzers der Plattform wird, sondern die ihm über die Plattform angegebene Person. Allein diese haftet dem Nutzer gegenüber für die Lieferung und Qualität des Produkts bzw. für die Zahlung des Kaufpreises. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn die auf der Website gemachten Angaben des Geschäftspartners über sein Produkt oder seine Person unzutreffend sind. Für die Lieferung von falscher, schlechter oder gar keiner Ware haftet der Betreiber der Plattform grundsätzlich nicht. Dieser haftet für Falschangaben allenfalls in besonders gelagerten Ausnahmefällen.
Zur Minderung des Risikos von Falschangaben bietet der Website-Betreiber häufig Feedback-Systeme mit Informationen von Nutzern über positive oder negative Erfahrungen mit anderen Nutzern an. Diese können nützlich sein, doch ist auch hier nicht gewährleistet, daß diese Angaben zutreffen. Auch hier haftet der Website-Betreiber nur eingeschränkt für Falschangaben. Eine Haftung käme etwa bei rechtsverletzenden Erfahrungsberichten in Betracht, die der Betreiber trotz Hinweises hierauf nicht entfernt, oder wenn das Feedback-System Angaben über den Nutzer selbst erlaubt.
Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 1997 über den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz (Fernabsatzrichtlinie)
http://europa.eu.int/comm/consumers/policy/developments/dist_sell/dist01_de.html
