
{"id":1130,"date":"2017-12-06T10:48:22","date_gmt":"2017-12-06T09:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bettinger.de\/?page_id=1130"},"modified":"2017-12-07T13:42:06","modified_gmt":"2017-12-07T12:42:06","slug":"patentrecht-urteile-und-beschluesse","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bettinger.de\/en\/infothek\/patentrecht-von-a-z\/patentrecht-urteile-und-beschluesse\/","title":{"rendered":"Patentrecht: Urteile und Beschl\u00fcsse"},"content":{"rendered":"<p><i>Die nachfolgende Sammlung umfasst einige richtungsweisende Entscheidungen von Beschwerdekammern des Europ\u00e4ischen Patentamts (EPA) sowie des deutschen Bundesgerichtshofs und des deutschen Bundespatentgerichts mit besonderem Schwerpunkt auf Computer-implementierten Erfindungen.<\/i><\/p>\n<div id=\"c4067\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n2\">\n<h3><a href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/BGH_X_ZR_3_12_Routenplanung.pdf\">BGH, Urteil vom 18.12.2012 &#8211; X ZR 3\/12 &#8220;Routenplanung&#8221;<\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">(&#8230;)<\/p>\n<p class=\"bodytext\">EP\u00dc Art. 52 Abs. 2 Buchst. c und d, Art. 56<\/p>\n<p class=\"bodytext\">a) Anweisungen zur Auswahl von Daten, deren technischer Aspekt sich auf die Anweisung beschr\u00e4nkt, hierzu Mittel der elektronischen Datenverarbeitung einzusetzen, k\u00f6nnen jedenfalls bei der Beurteilung der erfinderischen T\u00e4tigkeit nicht ber\u00fccksichtigt werden (Best\u00e4tigung von BGH, Urteil vom 26. Oktober 2010 &#8211; <a class=\"internal-link\" title=\"\u00d6ffnet einen internen Link im aktuellen Fenster\" href=\"\/infothek\/gewerblicher-rechtsschutz\/patentrecht\/urteile\/index.html#c4066\">X ZR 47\/07<\/a>, GRUR 2011, 125 Rn. 36 Wiedergabe topografischer Informationen).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">b) Dies gilt auch dann, wenn solche Anweisungen zu einer Verringerung der erforderlichen Rechenschritte f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: BGH-Urteil vom 18. Dezember 2012 &#8211; <a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/BGH_X_ZR_3_12_Routenplanung.pdf\">X ZR 3\/12 im Volltext<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c3906\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n3\">\n<h3><a href=\"https:\/\/www.bettinger.de\/infothek\/patentrecht-von-a-z\/patentrecht-urteile-und-beschluesse\/bundesgerichtshof-urteil-vom-24-02-2011-az-x-zr-12109-webseitenanzeige\/\">BGH, Urteil vom 24.02.2011, X ZR 121\/09 &#8211; &#8220;Webseitenanzeige&#8221;<\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">a) Bei Erfindungen mit Bezug zu Ger\u00e4ten und Verfahren (Programmen) der elektronischen Datenverarbeitung ist zun\u00e4chst zu kl\u00e4ren, ob der Gegenstand der Erfindung zumindest mit einem Teilaspekt auf technischem Gebiet liegt (\u00a7 1 Abs. 1 PatG). Danach ist zu pr\u00fcfen, ob dieser Gegenstand lediglich ein Programm f\u00fcr Datenverarbeitungsanlagen als solches darstellt und deshalb vom Patentschutz ausgeschlossen ist. Der Ausschlusstatbestand greift nicht ein, wenn diese weitere Pr\u00fcfung ergibt, dass die Lehre Anweisungen enth\u00e4lt, die der L\u00f6sung eines konkreten technischen Problems mit technischen Mitteln dienen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">b) Ein Verfahren, das der datenverarbeitungsm\u00e4\u00dfigen Abarbeitung von Verfahrensschritten in netzwerkm\u00e4\u00dfig verbundenen technischen Ger\u00e4ten (Server, Clients) dient, weist die f\u00fcr den Patentschutz vorauszusetzende Technizit\u00e4t auch dann auf, wenn diese Ger\u00e4te nicht ausdr\u00fccklich im Patentanspruch genannt sind.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c4066\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n4\">\n<h3><a href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/BGH_X_ZR47_07_Wiedergabe_topografischer_Informationen.pdf\">BGH, Urteil vom 26. Oktober 2010 &#8211; X ZR 47\/07 &#8220;Wiedergabe topografischer Informationen&#8221;<\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">a) Der Gegenstand eines die Wiedergabe topografischer Informationen mittels eines technischen Ger\u00e4ts betreffenden Verfahrens ist nicht nach Art. 52 Abs. 2 Buchst. c oder d EP\u00dc vom Patentschutz ausgeschlossen, wenn zumindest ein Teilaspekt der im Patentanspruch unter Schutz gestellten Lehre ein technisches Problem bew\u00e4ltigt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">b) Bei der Pr\u00fcfung der Erfindung auf erfinderische T\u00e4tigkeit sind nur diejenigen Anweisungen zu ber\u00fccksichtigen, die die L\u00f6sung des technischen Problems mit technischen Mitteln bestimmen oder zumindest beeinflussen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">c) Die Auswahl einer f\u00fcr die Navigation eines Fahrzeugs zweckm\u00e4\u00dfigen (hier: zentralperspektivischen) Darstellung positionsbezogener topografischer Informationen bleibt als nicht-technische Vorgabe f\u00fcr den technischen Fachmann bei der Pr\u00fcfung eines Verfahrens zur Wiedergabe to-pografischer Informationen auf erfinderische T\u00e4tigkeit au\u00dfer Betracht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: BGH, Urteil vom 26. Oktober 2010 &#8211; <a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/BGH_X_ZR47_07_Wiedergabe_topografischer_Informationen.pdf\">X ZR 47\/07 im Volltext<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c3513\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n5\">\n<h3>US Supreme Court &#8211; No 8-964 &#8211; &#8220;in re Bilski vs. Kappos&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\">Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat mit der Entscheidung &#8220;in re Bilski vs. Kappos&#8221; vom 25. Juni 2010 die Vorinstanz best\u00e4tigt, wonach die beanspruchte Gesch\u00e4ftsmethode nicht patentf\u00e4hig ist, jedoch hierf\u00fcr eine andere Begr\u00fcndung als die Vorinstanz gefunden. Hatte der CAFC noch Gesch\u00e4ftsmethoden schlechthin vom Patentschutz ausgeschlossen, weil sie dem &#8220;machine-or-transformation test&#8221; nicht gen\u00fcgten, erfolgt die Zur\u00fcckweisung des Patentbegehrens mit der Begr\u00fcndung, es ersch\u00f6pfe sich in abstrakten Ideen und in der Verwendung bekannter Analysemethoden. Den &#8220;machine-or-transformation test&#8221; bezeichnet der Supreme Court als nicht mit dem US-Patentgesetz vereinbar, nennt jedoch kein anderes Kriterium zur Beurteilung der Patentf\u00e4higkeit von Gesch\u00e4ftsmethoden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen:<\/p>\n<ul class=\"bullet\">\n<li><a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/supreme_court_-_re_bilski_08-964.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entscheidung No 8-964 des US Supreme Court im Volltext<\/a><\/li>\n<li><a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/08-964_transcript.pdf\">Wortprotokoll (transcript) der Anh\u00f6rung (oral argument) vom 9. November 2009 vor dem Supreme Court (<em>sehr unterhaltsam &#8230;<\/em>)<\/a><\/li>\n<li><a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/08-964_Petitioner.pdf\">Schriftsatz (brief for petitioners) des Antragstellers vom 30. Juli 2009 (<em>mit Text der zugrunde liegenden Patentanmeldung US 08\/833,892 vom 10. April 1997<\/em><\/a><\/li>\n<li><a class=\"external-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet einen externen Link in einem neuen Fenster\" href=\"http:\/\/www.supremecourt.gov\/Search.aspx?FileName=\/docketfiles\/08-964.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link auf die File History des Falles beim Supreme Court<\/a><\/li>\n<li><a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/081030_CAFC_re_bilski.pdf\">Entscheidung der Vorinstanz (CAFC) vom 30. Oktober 2007 im Volltext<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c3512\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n6\">\n<h3>Gro\u00dfe Beschwerdekammer des EPA &#8211; G 3\/08 &#8211; &#8220;Patentf\u00e4higkeit von Computerprogrammen&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\">In der Stellungnahme G 3\/08 \u00e4u\u00dfert sich die Gro\u00dfe Beschwerdekammer des EPA zur Patentierbarkeit Computer-implementierter Erfindungen (&#8220;Software-Patente&#8221;). Die Stellungnahme ergeht auf eine Vorlage durch die Pr\u00e4sidentin des EPA gem\u00e4\u00df Artikel 112 (1) (b) EP\u00dc, in der vier Fragen zur Pr\u00fcfung Computer-implementierter Erfindungen formuliert wurden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In der Stellungnahme setzt sich die Gro\u00dfe Beschwerdekammer zun\u00e4chst mit der Zul\u00e4ssigkeit der Vorlage auseinander und befindet, dass deren Voraussetzungen nicht gegeben sind. Begr\u00fcndung hierf\u00fcr: Es gibt keine hinsichtlich der vorgelegten Fragen voneinander abweichenden Entscheidungen zweier Beschwerdekammern im Sinne des <a class=\"external-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet einen externen Link in einem neuen Fenster\" href=\"http:\/\/www.epo.org\/patents\/law\/legal-texts\/html\/epc\/2000\/d\/ar112.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikels 112 (1) (b) EP\u00dc<\/a>.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dennoch \u00e4u\u00dfert sich die Gro\u00dfe Beschwerdekammer zu den vier Fragen der Vorlage und best\u00e4tigte die Vorgehensweise der Beschwerdekammern bei der Pr\u00fcfung Computer-implementierter Erfindungen, soweit sie durch die vorgelegten Fragen erfasst ist.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen:<\/p>\n<ul class=\"bullet\">\n<li><a class=\"external-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet einen externen Link in einem neuen Fenster\" href=\"http:\/\/documents.epo.org\/projects\/babylon\/eponet.nsf\/0\/DC6171F182D8B65AC125772100426656\/$File\/G3_08_opinion_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stellungnahme G 3\/08 der Gro\u00dfen Beschwerdekammer im Volltext<\/a><\/li>\n<li>Vorlage G 3\/08 der Pr\u00e4sidentin<\/li>\n<li>&#8220;amicus curiae briefs&#8221; und weitere Verweise<\/li>\n<li><a class=\"internal-link\" title=\"\u00d6ffnet einen internen Link im aktuellen Fenster\" href=\"\/infothek\/gewerblicher-rechtsschutz\/patentrecht\/patentrecht-von-a-z\/patentanmeldung\/software-patente-computer-implementierte-erfindungen\/index.html\">Stichwort Computer-implementierte Erfindungen (Software-Patente)<\/a> in unserer Rechtsdatenbank<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c3217\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n7\">\n<h3>Technische Beschwerdekammer des EPA 3.5.1 &#8211; T 0258\/03 &#8211; &#8220;Auktionsverfahren\/ HITACHI&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><i>Schlagworte:<\/i> &#8220;Vorliegen einer Erfindung &#8211; Verfahren, das technische Mittel umfasst (bejaht); Erfinderische T\u00e4tigkeit: Behandlung nichttechnischer Aspekte&#8221;<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze der Kammer<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">I. Ein Verfahren, das technische Mittel umfasst, ist eine Erfindung im Sinne des Artikels 52 (1) EP\u00dc (abweichend von der Entscheidung <a class=\"internal-link\" title=\"\u00d6ffnet einen internen Link im aktuellen Fenster\" href=\"\/infothek\/gewerblicher-rechtsschutz\/patentrecht\/urteile\/index.html#c2765\">T 931\/95<\/a> &#8211; Steuerung eines Pensionssystems\/PBS PARTNERSHIP) (s. Nrn. 4.1 bis 4.4 der Entscheidungsgr\u00fcnde).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">II. Verfahrensschritte, die \u00c4nderungen einer Gesch\u00e4ftsidee zum Inhalt haben und dazu dienen, eine technische Aufgabe zu umgehen, anstatt sie mit technischen Mitteln zu l\u00f6sen, k\u00f6nnen nicht zum technischen Charakter des beanspruchten Gegenstands beitragen (s. Nr. 5.7 der Entscheidungsgr\u00fcnde).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Die Entscheidung stellt zun\u00e4chst klar, dass die Frage, ob ein Gegenstand nicht gem\u00e4\u00df Artikel 52 (2) oder (3) EP\u00dc vom Patentschutz ausgeschlossen ist, also technischen Charakter aufweist, unabh\u00e4ngig vom Stand der Technik zu beurteilen ist. Neuheit und erfinderische T\u00e4tigkeit des Gegenstands spielen f\u00fcr die Beurteilung dieser Frage also keine Rolle.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Bei einer Mischung von &#8220;technischen&#8221; und nicht-technischen&#8221; Merkmalen soll es f\u00fcr das Vorliegen einer Erfindung ausreichend sein, wenn der Gegenstand mindestens ein technisches Merkmal aufweist, vgl. Leitsatz I. <\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Allerdings sollen bei der Beurteilung der erfinderischen T\u00e4tigkeit nur die technischen Merkmale Ber\u00fccksichtigung finden, vgl. Leitsatz II. In dieser Hinsicht wird die mit der Entscheidung <a class=\"internal-link\" title=\"?fnet einen internen Link im aktuellen Fenster\" href=\"\/infothek\/gewerblicher-rechtsschutz\/patentrecht\/urteile\/index.html#c2763\">T0641\/00<\/a> begr\u00fcndete Vorgehensweise (&#8220;modified problem-solution approach&#8221;) fortgesetzt.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Speziell reine Gesch\u00e4ftsmethoden sollen hiernach keinen Beitrag zum technischen Charakter einer Erfindung liefern k\u00f6nnen, also niemals eine erfinderische T\u00e4tigkeit begr\u00fcnden<\/i>.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: <a class=\"external-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet einen externen Link in einem neuen Fenster\" href=\"http:\/\/legal.european-patent-office.org\/dg3\/pdf\/t030258dp1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">T0258\/03<\/a> im Volltext<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2763\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n8\">\n<h3>Technische Beschwerdekammer des EPA 3.5.1 &#8211; T0641\/00 &#8211; &#8220;Zwei Kennungen\/ COMVIK&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><i>Schlagworte:<\/i> &#8220;Erfinderische T\u00e4tigkeit (verneint)&#8221; &#8211; &#8220;Aufgabe-L\u00f6sungs-Ansatz: Behandlung nichttechnischer Aspekte&#8221;<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze der Kammer<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">I. Bei einer Erfindung, die aus einer Mischung technischer und nichttechnischer Merkmale besteht und als Ganzes technischen Charakter aufweist, sind in bezug auf die Beurteilung des Erfordernisses der erfinderischen T\u00e4tigkeit alle Merkmale zu ber\u00fccksichtigen, die zu diesem technischen Charakter beitragen, wohingegen Merkmale, die keinen solchen Beitrag leisten, das Vorliegen erfinderischer T\u00e4tigkeit nicht st\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">II. Die zu l\u00f6sende technische Aufgabe ist zwar nicht so zu formulieren, da\u00df sie L\u00f6sungsans\u00e4tze enth\u00e4lt oder die L\u00f6sung teilweise vorwegnimmt, doch scheidet ein Merkmal nur deshalb, weil es im Anspruch vorkommt, nicht automatisch f\u00fcr die Formulierung der Aufgabe aus. Insbesondere wenn der Anspruch auf eine Zielsetzung auf einem nichttechnischen Gebiet verweist, darf diese Zielsetzung bei der Formulierung der Aufgabe als Teil der Rahmenbedingungen f\u00fcr die zu l\u00f6sende technische Aufgabe aufgegriffen werden, insbesondere als eine zwingend zu erf\u00fcllende Vorgabe.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: <a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/T_0641_00_Comvik.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">T0641\/00<\/a> im Volltext<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Die Entscheidung stellt zun\u00e4chst klar, dass zur Beurteilung des technischen Charakters die Gesamtheit der Merkmale der Erfindung zu betrachten ist. Des Weiteren definiert die Entscheidung die anzuwendende Vorgehensweise zur Pr\u00fcfung der erfinderischen T\u00e4tigkeit von Erfindungen, die aus einer Mischung von &#8220;technischen&#8221; und &#8220;nichttechnischen&#8221; Merkmalen bestehen. Hiernach sollen die nichttechnischen Merkmale unber\u00fccksichtigt bleiben. Die nichttechnischen Merkmale d\u00fcrfen dann sogar &#8211; bei der Anwendung des Aufgabe-L\u00f6sungs-Ansatzes &#8211; in die Formulierung der (objektiven) Aufgabe aufgenommen werden. Dieser Pr\u00fcfungsansatz wird als<\/i> &#8220;modified problem-solution approach&#8221;<i> bezeichnet.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Die vorliegende Entscheidung f\u00fchrt gewisserma\u00dfen zu einer Renaissance der &#8220;Kerntherorie&#8221;, soweit es um die Beurteilung der erfinderischen T\u00e4tigkeit bei einer Erfindung geht.<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2764\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n9\">\n<h3>Technische Beschwerdekammer des EPA &#8211; T 931\/95 &#8220;Steuerung eines Pensionssystems\/ PBS PARTNERSHIP&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze der Kammer<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Es ist ein implizites Erfordernis des EP\u00dc, dass eine Erfindung technischen Charakter aufweisen muss, um eine Erfindung im Sinne des Art. 52 (1) EP\u00dc zu sein (im Anschluss an die Entscheidungen T 1173\/97 und T 935\/97).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Verfahren, bei denen es nur um wirtschaftsorientierte Konzeptionen und Verfahrensweisen f\u00fcr gesch\u00e4ftliche T\u00e4tigkeiten geht, sind keine Erfindungen im Sinne des Art. 52 (1) EP\u00dc. Ein Verfahrensmerkmal, das die Verwendung technischer Mittel f\u00fcr einen rein nicht-technischen Zweck und\/oder zur Verarbeitung rein nicht-technischer Informationen betrifft, verleiht einem solchen Verfahren nicht zwangsl\u00e4ufig technischen Charakter.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">3. Eine Vorrichtung, die als eine physikalische Entit\u00e4t oder ein konkretes Erzeugnis anzusehen ist, ist \u0096 auch wenn sie sich zur Ausf\u00fchrung oder Unterst\u00fctzung einer wirtschaftlichen T\u00e4tigkeit eignet \u0096 eine Erfindung im Sinne des Art. 52 (1) EP\u00dc.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">4. Das EP\u00dc entbehrt jeder Grundlage, bei der Pr\u00fcfung, ob die fragliche Erfindung als eine Erfindung im Sinne des Art. 52 (1) EP\u00dc anzusehen ist, zwischen &#8220;neuen Merkmalen&#8221; und Merkmalen der Erfindung, die aus dem Stand der Technik bekannt sind, zu unterscheiden. Daher fehlt auch die Rechtsgrundlage, hierbei den so genannten Beitragsansatz anzuwenden (im Anschluss an die Entscheidungen T 1173\/97 und T 935\/97.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen:<a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/T_0931_95_Pension_Benefit_System.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> T 931\/95 <\/a>im Volltext<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2765\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n10\">\n<h3>Technische Beschwerdekammer des EPA &#8211; T 1173\/97<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><i>Stichwort:<\/i> &#8220;Patentierungsverbot f\u00fcr Computerprogrammprodukte (nicht unter allen Umst\u00e4nden)&#8221;<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Leitsatz der Kammer<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein Computerprogrammprodukt f\u00e4llt nicht unter das Patentierungsverbot nach Artikel 52 (2) und (3) EP\u00dc, wenn es beim Ablauf auf einem Computer einen weiteren technischen Effekt bewirkt, der \u00fcber die &#8220;normale&#8221; physikalische Wechselwirkung zwischen dem Programm (Software) und dem Computer (Hardware) hinausgeht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: <a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/T_1173_97_TechnEff_EN.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">T 1173\/97<\/a> im Volltext<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2914\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n11\">\n<h3>Technische Beschwerdekammer des EPA 3.5.1 &#8211; T 0208\/84 &#8220;VICOM&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze der Kammer <\/b>(\u00fcbersetzt)<\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Auch wenn die einer Erfindung zugrundeliegende Idee darin gesehen werden kann, in einem mathematischen Verfahren zu liegen, sucht ein Anspruch, der auf einen technischen Prozess gerichtet ist, in welchem das Verfahren verwendet wird, keinen Schutz f\u00fcr eine mathematische Methode als solche nach.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Ein bekannter Computer, der eingerichtet ist, gem\u00e4\u00df einem neuen Programm zu laufen, kann nicht als zum Stand der Technik geh\u00f6rig betrachtet werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">3. Ein Anspruch, der auf einen technischen Prozess gerichtet ist, welcher unter der Kontrolle eines Programmes (durch Hardware oder Software) ausgef\u00fchrt wird, kann nicht als bezogen auf ein Computerprogramm als solches betrachtet werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">4. Ein Anspruch, der als auf einen Computer gerichtet zu betrachten ist, welcher eingerichtet ist, um gem\u00e4\u00df einem bestimmten Programm (durch Hardware oder Software) zu laufen zum Steuern eines technischen Prozesses, kann nicht als bezogen auf ein Computerprogramm als solches betrachtet werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: <a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/T_0208_84_Vicom_EN.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">T 0208\/84<\/a> im Volltext<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Grundlegende Entscheidung (von 1986) zu Kombinationen von Rechnern oder Verfahren mit Computerprogrammen, die sp\u00e4ter unter dem Begriff &#8220;Computer-implementierte Erfindungen&#8221; zusammengefasst wurden.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>In der Entscheidung wird zun\u00e4chst klarstellt, dass auch wenn die Erfindung in einer mathematischen Idee liegt, ein technisches Verfahren, welches die mathematische Idee verwendet, dem Patentschutz zug\u00e4nglich sein kann. <\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Des Weiteren wird ausgef\u00fchrt, dass Erfindungen, bei welchen herk\u00f6mmliche Computer mit Computerprogrammen zusammenwirken, nicht vom Patentschutz ausgeschlossen sind und deren Neuheit durch das (neue) Computerprogramm begr\u00fcndet werden kann (entgegen der damals zum Teil noch vertretenden &#8220;Kerntheorie&#8221;). <\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c3214\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n12\">\n<h3><a href=\"https:\/\/www.bettinger.de\/infothek\/patentrecht-von-a-z\/patentrecht-urteile-und-beschluesse\/bgh-urteil-vom-06-mai-2009-az-kzr-3906-orange-book-standard\/\">BGH: Urteil vom 6.5.2009 &#8211; KZR 39\/06 &#8220;Orange-Book-Standard&#8221;<\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">a) Der aus einem Patent in Anspruch genommene Beklagte kann gegen\u00fcber dem Unterlassungsbegehren des klagenden Patentinhabers einwenden, dieser missbrauche eine marktbeherrschende Stellung, wenn er sich weigere, mit dem Beklagten einen Patentlizenzvertrag zu nicht diskriminierenden und nicht behindernden Bedingungen abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">b) Missbr\u00e4uchlich handelt der Patentinhaber jedoch nur, wenn der Beklagte ihm ein unbedingtes Angebot auf Abschluss eines Lizenzvertrages gemacht hat, an das er sich gebunden h\u00e4lt und das der Patentinhaber nicht ablehnen darf, ohne gegen das Diskriminierungs- oder das Behinderungsverbot zu versto\u00dfen, und wenn der Beklagte, solange er den Gegenstand des Patents bereits benutzt, diejenigen Verpflichtungen einh\u00e4lt, die der abzuschlie\u00dfende Lizenzvertrag an die Benutzung des lizenzierten Gegenstandes kn\u00fcpft.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">c) H\u00e4lt der Beklagte die Lizenzforderung des Patentinhabers f\u00fcr missbr\u00e4uchlich \u00fcberh\u00f6ht oder weigert sich der Patentinhaber, die Lizenzgeb\u00fchr zu beziffern, gen\u00fcgt dem Erfordernis eines unbedingten Angebots ein Angebot auf Abschluss eines Lizenzvertrages, bei dem der Lizenzgeber die H\u00f6he der Lizenzgeb\u00fchr nach billigem Ermessen bestimmt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: Urteil <a class=\"internal-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet einen internen Link in einem neuen Fenster\" href=\"https:\/\/www.bettinger.de\/infothek\/patentrecht-von-a-z\/patentrecht-urteile-und-beschluesse\/bgh-urteil-vom-06-mai-2009-az-kzr-3906-orange-book-standard\/\">BGH KZR 39\/06<\/a> im Volltext<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c3199\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n13\">\n<h3><a href=\"https:\/\/www.bettinger.de\/infothek\/patentrecht-von-a-z\/patentrecht-urteile-und-beschluesse\/bgh-beschluss-vom-20-01-2009-az-x-zb-2207-bpatg-steuerungseinrichtung-fuer-untersuchungsmodalitaeten\/\">BGH, Beschl. v. 20.01.2009 &#8211; X ZB 22\/07 (BPatG) &#8220;Steuerungseinrichtung f\u00fcr Untersuchungsmodalit\u00e4ten&#8221;<\/a><\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\">Beschluss vom 20.01.2009 &#8211; X ZB 22\/07<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Jedenfalls dann, wenn das sich einer Datenverarbeitungsanlage bedienende Verfahren in den Ablauf einer technischen Einrichtung eingebettet ist (wie etwa bei der Einstellung der Bildaufl\u00f6sung eines Computertomografen), entscheidet \u00fcber die Patentierung nicht das Ergebnis einer Gewichtung technischer und nichttechnischer Elemente. Ma\u00dfgebend ist vielmehr, ob die Lehre bei der gebotenen Gesamtbetrachtung der L\u00f6sung eines \u00fcber die Datenverarbeitung hinausgehenden konkreten technischen Problems dient.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: Beschluss &#8220;Steuerungseinrichtung f\u00fcr Untersuchungsmodalit\u00e4ten&#8221; <a class=\"internal-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet einen internen Link in einem neuen Fenster\" href=\"https:\/\/www.bettinger.de\/infothek\/patentrecht-von-a-z\/patentrecht-urteile-und-beschluesse\/bgh-beschluss-vom-20-01-2009-az-x-zb-2207-bpatg-steuerungseinrichtung-fuer-untersuchungsmodalitaeten\/\">BGH X ZB 22\/07<\/a> im Volltext<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Die BGH-Entscheidung erging in der Rechtsbeschwerde zu einem Patentanmeldeverfahren. Der BGH hob eine negative Entscheidung des BPatG in dieser Sache auf und verwies den Fall zur\u00fcck an die Vorinstanz.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Die zugrunde liegende Erfindung betraf ein Verfahren zur Verarbeitung medizinisch relevan-ter Daten, bei welchem ein in einer Datenverarbeitungseinrichtung abgelegtes Programmmittel Untersuchungsmodalit\u00e4ten ausw\u00e4hlt und abh\u00e4ngig davon dann den Einsatz der ausgew\u00e4hlten Untersuchungsmodalit\u00e4ten steuert (beispielsweise die Einstellung der Bildaufl\u00f6sung bei einem Computertomografien).<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Das BPatG wies die Anmeldung zur\u00fcck, weil sie neben nichttechnischen zwar auch techni-sche Gesichtspunkte enthielte, die ersteren aber bei einer Gesamtbetrachtung im Vordergrund st\u00fcnden, so dass keine Erfindung in Sinne von \u00a7 1 (1) des Patentgesetzes vorliege.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>In der Entscheidung stellt der BGH zun\u00e4chst klar, dass ein Computerprogramm oder ein in Verfahrensanspr\u00fcche gekleideter Gegenstand der datenverarbeitungsm\u00e4\u00dfigen Abarbeitung, welche der Verarbeitung, Speicherung und \u00dcbermittlung von Daten mittels eines technischen Ger\u00e4ts dienen, jeweils die erforderliche Technizit\u00e4t aufweisen. Unerheblich f\u00fcr das Technizit\u00e4tserfordernis sei, so der Senat weiter, ob der Gegenstand einer Anmeldung neben technischen Merkmalen auch nichttechnische ausweist. Bei einem derartigen Nebeneinander von technischen und nichttechnischen Merkmalen sei Technizit\u00e4t nicht das Ergebnis einer Gewichtung dieser Merkmale. Etwas anderes ergebe sich auch nicht aus der BGH-Entscheidung &#8220;<a class=\"internal-link-new-window\" title=\"\u00d6ffnet einen internen Link im aktuellen Fenster\" href=\"\/infothek\/gewerblicher-rechtsschutz\/patentrecht\/urteile\/index.html#c2768\">Logikverifikation<\/a>&#8220;.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Sodann verweist der Senat auf den aus fr\u00fcheren Senatsentscheidungen bekannten Standpunkt, wonach eine Anmeldung, die ein Computerprogramm betrifft, \u00fcber das Technizit\u00e4tserfordernis hinaus verfahrensbestimmende Anweisungen enthalten m\u00fcsse, die der L\u00f6sung eines kon-kreten technischen Problems zum Gegenstand haben. Diese Probleml\u00f6sung sei bei der Pr\u00fcfung von Neuheit und erfinderischer T\u00e4tigkeit in den Blick zu nehmen, f\u00fchrt der BGH weiter aus. Hierbei seien au\u00dferhalb der Technik liegende Anweisungen nur in dem Umfang von Bedeutung, in dem sie auf die L\u00f6sung des technischen Problems mit technischen Mitteln Einfluss nehmen.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Der letzte Satz zeigt, wie problematisch es ist, technische von untechnischen Merkmalen klar zu unterscheiden. Denn wenn ein als &#8220;untechnisch&#8221; kategorisiertes Merkmal auf die L\u00f6sung des technischen Problems Einfluss nimmt, stellt sich schon die Frage, ob dieses Merkmal wirklich als untechnisch zu bezeichnen ist.<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Mit den Ausf\u00fchrungen zur Technizit\u00e4t von Erfindungen, die technische und untechnische Merkmale enthalten, schafft der BGH hingegen Klarheit: Auf eine Gewichtung oder Pr\u00e4gung kommt es nicht an. F\u00fcr Computerprogramme wird damit allerdings noch nicht viel gewonnen sein, kommt es doch nach wie vor zus\u00e4tzlich darauf an, dass ein technisches Problem mit technischen Mitteln gel\u00f6st wird.<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2766\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n14\">\n<h3>BGH, Beschl. v. 17. 10. 2001 \u0096 X ZB 16\/00 (BPatG) &#8220;Suche fehlerhafter Zeichenketten&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Das Patentierungsverbot f\u00fcr Computerprogramme als solche verbietet, jedwede in computergerechte Anweisungen gekleidete Lehre als patentierbar zu erachten, wenn sie nur \u0096 irgendwie \u0096 \u00fcber die Bereitstellung der Mittel hinausgeht, welche die Nutzung als Programm f\u00fcr Datenverarbeitungsanlagen erlauben. Die pr\u00e4genden Anweisungen der beanspruchten Lehre m\u00fcssen vielmehr insoweit der L\u00f6sung eines konkreten technischen Problems dienen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Eine vom Patentierungsverbot erfasste Lehre (Computerprogramm als solches) wird nicht schon dadurch patentierbar, dass sie in einer auf einem herk\u00f6mmlichen Datentr\u00e4ger gespeicherten Form zum Patentschutz angemeldet wird.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: Entscheidung <a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/BGH_XZB16_00_SucheZeichenkette.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;Suche fehlerhafter Zeichenketten&#8221;<\/a> im Volltext<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2767\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n15\">\n<h3>BGH, Beschl. v. 11. 5. 2000 \u0096 X ZB 15\/98 (BPatG) &#8220;Sprachanalyseeinrichtung&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Einer Vorrichtung (Datenverarbeitungsanlage), die in bestimmter Weise programmtechnisch eingerichtet ist, kommt technischer Charakter zu. Das gilt auch dann, wenn auf der Anlage eine Bearbeitung von Texten vorgenommen wird.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. F\u00fcr die Beurteilung des technischen Charakters einer solchen Vorrichtung kommt es nicht darauf an, ob mit ihr ein (weiterer) technischer Effekt erzielt wird, ob die Technik durch sie bereichert wird oder ob sie einen Beitrag zum Stand der Technik leistet.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">3. Dem technischen Charakter der Vorrichtung steht es nicht entgegen, dass ein Eingreifen des Menschen in den Ablauf des auf dem Rechner durchzuf\u00fchrenden Programms in Betracht kommt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: Entscheidung <a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/BGH_XZB15_98_Sprachanalyse.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;Sprachanalyseeinrichtung&#8221;<\/a> im Volltext<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Diese Entscheidung stellt eine Abkehr von der bis dahin \u00fcblichen Praxis des BGH dar, wonach Computer-implementierte Erfindungen f\u00fcr Anwendungen ohne technischen Zweck wie etwa Textbearbeitung oder betriebswirtschaftliche Aufgaben vom Patentschutz ausgenommen waren. <\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Des weiteren stellt der BGH klar, dass es bei der Beurteilung technischen Charakters einer Erfindung nicht auf einen (weiteren) technischen Effekt ankommt &#8211; im Unterschied zur Praxis des EPA (vgl. T 1173\/97).<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2768\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n16\">\n<h3>BGH, Beschl. v. 13. 12. 1999 \u0096 X ZB 11\/98 (BPatG) &#8220;Logikverifikation&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Die Beantwortung der Frage, ob eine auf ein Programm f\u00fcr Datenverarbeitungsanlagen gerichtete Patentanmeldung die nach \u00a7 1 Abs. 1 PatG vorausgesetzte Technizit\u00e4t aufweist, erfordert eine wertende Betrachtung des im Patentanspruch definierten Gegenstandes.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Betrifft der L\u00f6sungsvorschlag einen Zwischenschritt im Prozess, der mit der Herstellung von (Silicium-)Chips endet, so kann er vom Patentschutz nicht deshalb ausgenommen sein, weil er \u0096 abgesehen von den in dem verwendeten elektronischen Rechner bestimmungsgem\u00e4\u00df ablaufenden Vorg\u00e4ngen \u0096 auf den unmittelbaren Einsatz von beherrschbaren Naturkr\u00e4ften verzichtet und die M\u00f6glichkeit der Fertigung tauglicher Erzeugnisse anderweitig durch auf technischen \u00dcberlegungen beruhende Erkenntnisse voranzubringen sucht (Abweichung von BGHZ 115, 23, 30 = GRUR 1992, 36 &#8211; Chinesische Schriftzeichen).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Weiterlesen: Entscheidung <a class=\"download\" href=\"\/fileadmin\/mediapool\/downloads\/Rechtsdatenbank\/Patent\/Urteile\/BGH_XZB11_98_Logikverifikation.PDF\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;Logikverifikation&#8221; <\/a>im Volltext<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2769\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n17\">\n<h3>BGH, Urt. v. 4. 2. 1992 \u0096 X ZB 43\/91 (BPatG) &#8220;Tauchcomputer&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">(\u0085&#8230;)<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Wer Tiefenmesser, Zeitmesser, Datenspeicher, Auswerte- und Verkn\u00fcpfungsstufe, Wandlereinrichtung sowie Anzeigemittel nach einer bestimmten Rechenregel (Programm oder Denkschema), d.h. in Abh\u00e4ngigkeit der anzuzeigenden Gesamtauftauchzeit von durchtauchten Tiefen und Zeiten, betreibt und es erm\u00f6glicht, mit Hilfe von Messger\u00e4ten ermittelte Messgr\u00f6\u00dfen in der Anzeigeeinrichtung automatisch ohne Einschaltung der menschlichen Verstandest\u00e4tigkeit anzuzeigen, gibt eine Lehre zum technischen Handeln.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">3. Enth\u00e4lt eine Erfindung technische und nicht-technische Merkmale, so ist bei deren Pr\u00fcfung auf erfinderische T\u00e4tigkeit der gesamte Erfindungsgegenstand unter Einschluss einer etwaigen Rechenregel zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Diese Entscheidung stellt klar, dass die Verarbeitung von Daten, die physikalische (Mess-)Gr\u00f6\u00dfen repr\u00e4sentieren, gem\u00e4\u00df einer Rechenregel &#8220;technisch&#8221; sein kann.<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2770\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n18\">\n<h3>BGH, Beschl. v. 11. 6. 1991 \u0096 X ZB 13\/88 (BPatG) &#8220;Seitenpuffer&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Eine programmbezogene Lehre ist technisch, wenn sie die Funktionsf\u00e4higkeit der Datenverarbeitungsanlage als solche betrifft und damit das unmittelbare Zusammenwirken ihrer Elemente erm\u00f6glicht (Erg\u00e4nzung zu BGHZ 67, 22 [29] = NJW 1976, 1936 = LM \u00a7 1 PatG Nr. 44 \u0096 Dispositionsprogramm).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Ein Verfahren, das in der Erfassung und Speicherung der Information \u00fcber den aktuellen Speicherbereich eines in einer Datenverarbeitungsanlage ablaufenden Rechenprozesses und in einer bestimmten Ladestrategie f\u00fcr einen dem bevorzugten Zugriff unterliegenden, aber nur eine Auswahl von Speicherseiten fassenden Speicher (Seitenpuffer) besteht, betrifft die Funktionsf\u00e4higkeit der Datenverarbeitungsanlage als solche; es enth\u00e4lt die Anweisung, die Elemente einer Datenverarbeitungsanlage beim Betrieb unmittelbar auf bestimmte Art und Weise zu benutzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">3. Ob eine Lehre zum technischen Handeln vorliegt, h\u00e4ngt nicht davon ab, ob die Lehre neu, fortschrittlich und erfinderisch ist.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der 3. Leitsatz stellt klar, dass die Frage der Technizit\u00e4t von den \u00fcbrigen Erfordernissen der Patentierbarkeit getrennt zu beurteilen ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2771\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n19\">\n<h3>BGH, Beschl. v. 1. 6. 1991 \u0096 X ZB 24\/89 (BPatG) &#8220;Chinesische Schriftzeichen&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leitsatz des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es fehlt an einer Lehre zum technischen Handeln, wenn der Erfolg der zum Patentschutz angemeldeten Lehre mit gedanklichen Ma\u00dfnahmen des Ordnens der zu verarbeitenden Daten steht und f\u00e4llt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Entscheidung ist in dieser Allgemeinheit \u00fcberholt, vgl. z.B. BGH &#8220;Logikverifikation&#8221;.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2772\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n20\">\n<h3>BGH, Urt. v. 11. 3. 1986 \u0096 X ZR 65\/85 (BPatG) &#8220;Flugkostenminimierung&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leitsatz des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Werden bei einem Verfahren (hier: Verfahren zur Minimierung von Flugkosten) sowohl von Naturkr\u00e4ften abgeleitete Messwerte als auch betriebswirtschaftliche Faktoren rechnerisch in der Weise miteinander verkn\u00fcpft, dass das Ergebnis der Rechnung einen Steuervorgang ausl\u00f6st (hier: \u00c4nderung des Treibstoffdurchsatzes), so ist das Verfahren dann keine der Patentierung zug\u00e4ngliche technische Lehre, wenn die markt- und betriebswirtschaftlichen Faktoren den entscheidenden Beitrag zur Erreichung des erstrebten Erfolgs liefern und die eingesetzten Naturkr\u00e4fte demgegen\u00fcber an Bedeutung zur\u00fccktreten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Entscheidung ist in dieser Allgemeinheit \u00fcberholt, vgl. z.B. BGH &#8220;Sprachanalyseeinrichtung&#8221;.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2773\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n21\">\n<h3>BGH, Beschl. v. 16. 9. 1980 \u0096 X ZB 6\/80 (BPatG) &#8220;Walzstabteilung&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leitsatz des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Rechenprogramme f\u00fcr elektronische Datenverarbeitungsanlagen, bei deren Anwendung lediglich von einer in Aufbau und Konstruktion bekannten Datenverarbeitungsanlage der bestimmungsgem\u00e4\u00dfe Gebrauch gemacht wird, sind auch dann nicht patentf\u00e4hig, wenn mit Hilfe der Datenverarbeitungsanlage ein Herstellungs- oder Bearbeitungsvorgang mit bekannten Steuerungsmitteln unmittelbar beeinflusst wird (Erg\u00e4nzung zu BGHZ 67, 22 &#8211; Dispositionsprogramm) und BGH in GRUR 1977, 659 \u0096 Straken).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Die Entscheidung ist in dieser Allgemeinheit \u00fcberholt, vgl. z.B. BGH &#8220;Logikverifikation&#8221;.<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2774\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n22\">\n<h3>BGH, Beschl. v. 21. 4. 1977 \u0096 X ZB 24\/74 &#8220;Straken&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leitsatz des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Rechenprogramme f\u00fcr elektronische Datenverarbeitungsanlagen, bei deren Anwendung lediglich von einer in Aufbau und Konstruktion bekannten Datenverarbeitungsanlage der bestimmungsgem\u00e4\u00dfe Gebrauch gemacht wird, sind auch dann nicht patentf\u00e4hig, wenn das bei der Anwendung der Programme erzielte Ergebnis auf technischem Gebiet verwendbar ist (Erg\u00e4nzung zu BGHZ 67, 22 \u0096 Dispositionsprogramm).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Die Entscheidung stellt zun\u00e4chst klar, dass es bei der Beurteilung der Technizit\u00e4t eines Rechenprogramms nicht darauf ankommt, ob die Anwendung der Erfindung zu einem Ergebnis auf technischem Gebiet f\u00fchrt. Vielmehr komme es darauf an, ob die Erfindung den Aufbau einer neuen Datenverarbeitungsanlage lehrt (heute \u00fcberholt, vgl. z.B. BGH &#8220;Logikverifikation&#8221;).<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2775\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n23\">\n<h3>BGH vom 22. 7. 1976 \u0096 Aktz.: X ZB 23\/74 (BPatG) &#8220;Dispositionsprogramm&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leitsatz des Gerichts<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Organisations- und Rechenprogramme f\u00fcr elektronische Datenverarbeitungsanlagen zur L\u00f6sung von betrieblichen Dispositionsaufgaben, bei deren Anwendung lediglich von einer in Aufbau und Konstruktion bekannten Datenverarbeitungsanlage der bestimmungsgem\u00e4\u00dfe Gebrauch gemacht wird, sind nicht patentf\u00e4hig.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Die Entscheidung ist in dieser Allgemeinheit \u00fcberholt, vgl. z.B. BGH &#8220;Sprachanalysevorrichtung&#8221;.<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2776\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n24\">\n<h3>BPatG, Beschl. Vom 14. 6. 1999 \u0096 20 W (pat) 8\/99 (rechtskr\u00e4ftig) &#8220;Automatische Absatzsteuerung&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Bei einem &#8220;Verfahren zur automatischen Absatzsteuerung von Waren oder Dienstleistungen&#8221; ist durch die Zweckangabe in Verbindung mit weiteren beanspruchten Verfahrensschritten, wonach die Absatzdaten elektronisch erfasst werden und ein angepasster Abgabepreis elektronisch ausgew\u00e4hlt und angezeigt wird, eine Zwischenschaltung der menschlichen Verstandest\u00e4tigkeit ausgeschlossen und der Einsatz beherrschbarer Naturkr\u00e4fte verlangt. Das beanspruchte Verfahren ersch\u00f6pft sich nicht in einer betriebswirtschaftlichen Regel.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Der technische Charakter einer Lehre wird nicht dadurch fraglich, dass sie von einem \u00fcblichen Rechner nur den bestimmungsgem\u00e4\u00dfen Gebrauch macht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2777\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n25\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 19. 6. 2001 \u0096 17 W (pat) 5\/00 &#8220;SOM II&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Mit der L\u00f6sung des Problems, eine mathematische Abbildung zu finden, die eine anschauliche Darstellung einer gew\u00fcnschten Zielgr\u00f6\u00dfe unter einer Vielzahl von variablen (Prozess-) Gr\u00f6\u00dfen leistet (SOM), und die auch R\u00fcckrechnungen von der Abbildung auf die Prozessgr\u00f6\u00dfen zul\u00e4sst, wird nicht ein Techniker betraut, der mit dem konkreten Entwurf oder der Verbesserung von technischen oder chemischen Herstellungsprozessen vertraut ist, sondern ein Mathematiker, dem die spezifischen Eigenschaften von verschiedenen mathematischen Abbildungsverfahren bekannt ist.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Ist eine profunde Kenntnis der Eigenschaften von mathematischen Abbildungen erforderlich und sind technische \u00dcberlegungen, d.h. \u00dcberlegungen, die auf eine konkrete Anwendung gerichtet sind, oder eine unmittelbare Auswirkung auf einen Herstellungsprozess bei diesem Verfahren nicht erkennbar, so beruht das Verfahren nicht auf einer technischen Leistung, sondern auf einer mathematischen Methode.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2778\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n26\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 7. 12. 1999 \u0096 20 W (pat) 14\/99 &#8220;Gegensprechanlage&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Ist bei einem beanspruchten Arbeitsverfahren eine Handbedienung durch eine Bedienperson nicht zwingend erforderlich, reicht im Hinblick auf die Zuerkennung technischen Charakters die M\u00f6glichkeit aus, die Verfahrensschritte ohne menschliche Verstandest\u00e4tigkeit allein mit technischen Mitteln durchzuf\u00fchren (Best\u00e4tigung BPatGE 40, 250 \u0096 Grenzzeichenfreie R\u00e4umung; BPatG, Beschl. v. 17. 12. 1997 \u0096 5 W (pat) 4\/95; DPMA Bl. f. PMZ 1992, 478 \u0096 H\u00fcllkurve).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Auch wenn einzelne Schritte eines beanspruchten Arbeitsverfahrens von einer Bedienperson manuell ausgef\u00fchrt werden, wird es nicht zu einer untechnischen Lehre, wenn die Bedienperson lediglich ausf\u00fchrendes Organ ist ohne abw\u00e4gend, bewertend oder interpretierend t\u00e4tig zu werden (Best\u00e4tigung BPatGE 36, 77 \u0096 Einparkhilfe; BPatG, Beschl. v. 18. 6. 1997 \u0096 9 W (pat) 91\/96).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">3. Wenn in eine Schaltungsanordnung \u0096 hier Signal- und Gegensprechanlage &#8211; betreffenden Patentanspruch der Ausdruck &#8220;parallel geschaltet&#8221; in mehreren Merkmalsgruppen verwendet wird, kann es sein, dass der verst\u00e4ndige Fachmann schon aus dem Anspruchsinhalt heraus \u0096 best\u00e4tigt durch einen Blick auf die Patentfigur \u0096 diesem Ausdruck nicht in allen Merkmalsgruppen dieselbe enge w\u00f6rtliche Bedeutung beimisst, sondern im Einzelfall sogar zu &#8220;in Reihe geschaltet&#8221; richtig stellt und somit die Erfindung ausf\u00fchren kann.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2779\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n27\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 21. 1. 1997 \u0096 17 W (pat) 49\/94 &#8220;CAD\/CAM-Einrichtung&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Eine datenverarbeitungsbezogene Lehre, die sich nicht allein in programmiertechnischen Ma\u00dfnahmen ersch\u00f6pft, sondern bei der zur L\u00f6sung der gestellten Aufgabe eine Auseinandersetzung mit dem Aufbau oder der Arbeitsweise der Datenverarbeitungsvorrichtung unabdingbar erforderlich ist, hat technischen Charakter.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Sind dem mit der L\u00f6sung einer Aufgabe betrauten Fachmann Kenntnisse in der Programmiertechnik zuzuschreiben, so sind diese Kenntnisse auch bei der Pr\u00fcfung auf Vorliegen einer erfinderischen T\u00e4tigkeit zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2780\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n28\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 18. 2. 1997 \u0096 23 W (pat) 51\/95 &#8220;Mikrocomputer&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auf dem Gebiet der Halbleitertechnik sind nicht nur das mikroelektronische Halbleitererzeugnis und das eigentliche Herstellungsverfahren selbst, sondern auch schon das so genannten &#8220;Layout&#8221; von mikrominiaturisierten integrierten Halbleiterschaltungen dem Patentschutz zug\u00e4nglich, da die dabei vorgenommene Festlegung der Topographie der Halbleiterschaltung als abschlie\u00dfender Schritt des hardwareorientierten Schaltungsentwurfs und Schnittstelle zum eigentlichen Herstellungsprozess sowohl unter dem Gegenstands- als auch Verfahrensaspekt in aller Regel eine technische Lehre darstellt und auch nicht unter eine der Ausnahmebestimmungen gem\u00e4\u00df \u00a7 1 Abs. 2 Nr. 3 in Verbindung mit \u00a7 1 Abs. 3 PatG f\u00e4llt. Auch der Umstand, dass f\u00fcr die Topographien von Halbleiterschaltungen weitere rechtliche Schutzm\u00f6glichkeiten nach dem Gebrauchsmustergesetz, dem Urhebergesetz und insbesondere auch dem seit 1987 geltenden Halbleiterschutzgesetz, zur Verf\u00fcgung stehen, ist kein Hinderungsgrund f\u00fcr die Patentierung diesbez\u00fcglicher Erfindungen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2781\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n29\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 25. 11. 1996 \u0096 20 W (pat) 10\/95 &#8220;Logikgatter&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leitsatz<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein bekanntes Logikgatter wird nicht dadurch neu und erfinderisch, dass die Eingangs- und Ausgangsgr\u00f6\u00dfen begrifflich zu Vektoren zusammengefasst und bestimmte Vektoren als g\u00fcltig oder ung\u00fcltig definiert werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2782\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n30\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 12. 11. 1996 \u0096 17 W 23\/94 &#8220;Patentf\u00e4higkeit von Software&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Ein Programm, das aus den Eingaben eines Benutzers eine strukturelle Beschreibung einer Schaltung erstellt, ist nicht patentf\u00e4hig, weil es keine technische Lehre enth\u00e4lt, sondern nur der Umformung von Daten dient, auch wenn dazu ein Computer verwendet wird, dieser aber keinen neuartigen technischen Aufbau und keine neue Arbeitsweise aufweist.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. Die Verarbeitung technischer Gr\u00f6\u00dfen stellt allein noch keine technische Lehre dar, wenn keine unmittelbar von Messger\u00e4ten ermittelte Messgr\u00f6\u00dfen verarbeitet (so BGH GRUR 1992, 430 \u0096 Tauchcomputer = CR 1992, 6 00m. Anm. Betten) oder angezeigt werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">3. Programme f\u00fcr Datenverarbeitungsanlagen zur L\u00f6sung von betrieblichen Dispositionsaufgaben sind nicht patentf\u00e4hig (Anschluss an BGH GRUR 1977, 96 &#8211; Dispositionsprogramm).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2783\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n31\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 25. 3. 1996 \u0096 20 W 12\/94 &#8220;Viterbi-Algorithmus&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">1. Betrifft die beanspruchte Lehre einen Algorithmus mit der Zweckangabe &#8220;zum Empfang von \u00fcber einen gest\u00f6rten Kanal \u00fcbertragenen Signalen&#8221;, so ist die Lehre inhaltlich auf technische Gr\u00f6\u00dfe festgelegt und dem Patentschutz zug\u00e4nglich. Dem technischen Charakter steht nicht entgegen, dass der &#8220;Beitrag der Erfindung zum Stand der Technik&#8221; ausschlie\u00dflich in der Bereitstellung mathematischer Regeln besteht und damit an sich auf nicht-technischem Gebiet liegt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">2. &#8230;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2784\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n32\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 13. 2. 1992 \u0096 23 W 24\/90 &#8220;Herstellungsverfahren f\u00fcr ein elektronisches Ger\u00e4t&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine Lehre, die sowohl von Naturkr\u00e4ften materieller und energetischer Art (Materie, Energie) als auch von Information (in Form von Kenndaten, einer Rechenregel oder eines Computerprogramms) in dem Sinne Gebrauch macht, dass die letztgenannte Entit\u00e4t (Grundgr\u00f6\u00dfe) in so &#8220;enger Beziehung&#8221; zu den \u00fcbrigen zum Einsatz kommenden technischen Mitteln steht, dass ohne Zwischenschaltung menschlicher Verstandest\u00e4tigkeit ein technisches Ergebnis erzielt wird, ist technischer Natur \u0096 Weiterbildung der BGH-Rechtsprechung X ZRF 43\/91 \u0096 &#8220;Tauchcomputer&#8221;; BIPMZ 1991, 345 \u0096 &#8220;Seitenpuffer&#8221;. Eine solche enge Beziehung ist z.B. dann gegeben, wenn bei einem Herstellungs- und Pr\u00fcfverfahren f\u00fcr ein elektronisches Ger\u00e4t eine den jeweiligen Pr\u00fcfungsschritt dokumentierende Information in dem f\u00fcr die sp\u00e4tere Funktion des Ger\u00e4tes vorgesehenen Speicherelement dauerhaft abgespeichert wird und zur Steuerung nachfolgender Herstellungs- und Pr\u00fcfungsschritte dient.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auch eine als Folge des unmittelbaren technischen Ergebnisses zus\u00e4tzlich erzielte Wirkung nicht-technischer Art, die zur vorteilhaften weiteren Auswertungen der gespeicherten Information f\u00fcr einen anderen Zweck den Einsatz menschlicher Verstandest\u00e4tigkeit erfordert, ist dem technischen Charakter der Lehre nicht abtr\u00e4glich.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c2785\" class=\"csc-default layout-0 frame-0\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n33\">\n<h3>BPatG, Beschl. v. 7. 12. 1995 \u0096 23 W (pat) 7\/94 &#8220;Enge Beziehung&#8221;<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"csc-text\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Leits\u00e4tze<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine technische und nicht-technische Merkmale enthaltende Lehre (hier: Verfahren zur Verdrahtung in einer integrierten Halbleiterschaltungsanordnung nach einem Algorithmus) ist technisch, wenn die mit den technischen und nicht-technischen Merkmalen gegebene Gesamtlehre sich nicht in der vom Patentschutz ausgeschlossenen Rechenregel ersch\u00f6pft, sondern eine so &#8220;enge Beziehung&#8221; der Rechenregel mit den beanspruchten technischen Mitteln ohne Zwischenschaltung menschlicher Verstandest\u00e4tigkeit ein technisches Ergebnis erzielt wird.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der technische Charakter einer solchen Lehre leidet in einem solchen Falle nicht darunter, dass die der Erfindung zugrunde liegende Idee (Erkenntnis) als auf einem Computerprogramm (hier: einem Verdrahtungsalgorithmus) beruhend angesehen werden kann.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nachfolgende Sammlung umfasst einige richtungsweisende Entscheidungen von Beschwerdekammern des Europ\u00e4ischen Patentamts (EPA) sowie des deutschen Bundesgerichtshofs und des deutschen Bundespatentgerichts mit besonderem Schwerpunkt auf Computer-implementierten Erfindungen. 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